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Mein Diabetes Equipment 2021

Am Anfang meiner Reise mit Diabetes kam der Schreck, was ich jetzt (scheinbar) alles an Diabetes-Equipment mit mir herumschleppen muss. Ich habe mir sogar gleich so einen modischen Brustbeutel besorgt. Ziemlich schnell habe ich aber festgestellt, dass ich nicht immer und überall alles dabei haben muss. Eine enorme Erleichterung. Jetzt wo ich etwas eingespielt bin, gebe ich mal eine Übersicht, was zu mir und meinem Diabetes alles an Equipment dazugehört. Der Blogpost gibt also mehr einen Einblick, was meine persönliche Diabetes-Ausrüstung ist und weniger was ich alles mit mir täglich herumschleppe.

1. Insulin-Pen

Mein täglicher Begleiter sieht aus wie ein Grundschul-Füller, oder ein etwas zu dick geratener Kugelschreiber. Mein Insulin Pen ist die Spritze, mit der ich mir täglich Insulin verabreiche. Das funktioniert ganz einfach. Deckel abnehmen und Einmal-Nadelkopf draufschrauben (Man nimmt jedes Mal eine neue Nadel). Unten an dem Insulin-Pen ist ein Rädchen. Daran stelle ich ein, wie viel Insulin ich mir spritzen möchte. Natürlich habe auch ich noch einen zweiten Pen für mein Langzeit-Insulin.

Lustigerweise brauche ich aktuell nicht so viel Insulin, und muss mir deshalb auch halbe Einheiten Insulin spritzen können. Deshalb hat man mir bei der Einstellung direkt einen Kinder-Pen gegeben. Steht jetzt einfach immer „Junior“ drauf, aber dafür hat er halbe Einheiten – immerhin darf ich mich jetzt etwas jünger fühlen. 

Aktuell benutze ich Wegwerf-Pens, obwohl ich weiß, dass das ökologisch mal nicht so super ist. So werfe ich, wenn das Insulin im Pen aufgebraucht ist, den gesamten Pen in den Müll. Irgendwann werde ich das auch angehen und schauen, ob ich nicht einen wiederverwendbaren Pen benutzen will. Aber bis jetzt war der Leidensdruck nicht groß genug, mich darum zu kümmern.

2. Blutzuckermessgerät

Diabetes Equipment Nummer 2: Ein Blutzuckermessgerät von Contour One Next

Mit diesem kleinen Gerät, was so aussieht wie mein 128 kB MP3-Player aus den 2000ern, messe ich meine Blutzucker blutig. Bei dem Gerät ist eine Lanzette dabei, mit der ich mir in den Finger pike. Das fühlt sich jedes Mal ein bisschen an, als würde ich im Terminator-Style eine Schrotflinte entladen. Hinten an der Lancette ziehen. Tschak-Tschak. Lancette geladen.

Dann setze ich es an meine Fingerkuppe, drücke einen Knopf und ein klitzekleines Loch in meinem Finger lässt etwas Blut austreten. Das Blut kommt auf einen Messstreifen und Tada! das Gerät zeigt mir meinen Blutzuckerwert an. Die „Wunde“ an meinem Finger hört auch sofort wieder auf zu bluten. Also keine Sorge, ich laufe nicht die ganze Zeit Pflastern an den Fingern herum.

Tatsächlich brauche ich das Gerät nur noch in Ausnahmefällen. Mein Dexcom (siehe Punkt 3) nimmt mir jetzt das lästige blutige Messen ab. Trotzdem benutze ich es noch regelmäßig, um doppelt zu checken, ob der Dexcom stimmt. Nur das Gerät mit mir herumtragen, muss ich im Alltag zum Glück nicht mehr.

3. Kontinuierliche Blutzuckermessgerät Dexcom  G6 (CGM)

Als ich von dieser Technik gehört habe, war ich sofort begeistert. Dieses Gerät macht uns Diabetikern das Leben unfassbar viel einfacher als das das früher bei Menschen mit Diabetes war. Kein ständiges blutig Messen, oder lange Phasen ohne Messwerte. Innerhalb von vier Wochen, habe ich mir ein Testgerät bestellt und war direkt damit Wandern. Das wird auch noch mal ein Blogbeitrag.

Über Bluetooth habe ich ständig meine Blutzuckerwerte parat, auf meinem Smartphone oder meiner Smartwatch.  Dafür trage ich einen kleinen Sensor am Arm mit einer kleinen Nadel dran, die unter meiner Haut sitzt. Der Sensor misst nicht den Blutzucker im Blut, sondern in der Gewebeflüssigkeit und sitzt dabei (meistens) so bequem im Arm oder Bauch, dass ich fast vergesse, dass ich ihn trage.

Der große Vorteil an einem CGM ist natürlich, dass ich immer weiß, wo mein Blutzucker gerade steht. Auch Trends, also ob der Blutzucker gerade hoch oder runter geht, werden mir angezeigt. Im Alltag und besonders beim Sport ist das eine enorme Erleichterung.  Auch warnt mich das Gerät, wenn ich auf einen Unterzucker zusteuere, dass ich noch reagieren und fix Zucker nachlegen kann, bevor ich ganz im Keller bin.

Ich trage meinen Sensor meistens am Arm, auch wenn ich dafür nachts manchmal keinen Empfang habe, weil ich volle Breitseite ihm draufliege. Es gefällt mir da einfach besser und er ist mir weniger im Weg. So viel Eitelkeit darf da auch mal sein.

Vergleich Dexcom vs. FreeStyle Libre

Ich habe auch ein anderes CGM getestet als den Dexcom G6. Ich habe zum Vergleich auch den FreeStyle LIbre 2 getestet. Der Freestyle Libre hat mir aber nicht gefallen, da ich jedes Mal mein Handy an den Arm halten musste, um einen Wert zu bekommen.

Der Sensor am Arm ist zwar etwas dezenter und das Messen geht auch super schnell, ist aber aufwändiger: Handy aus der Tasche, an den Oberarm halten, aufs Handy schauen, und wieder zurück in die Tasche stecken. Manchmal habe ich das Handy nicht richtig gehalten und den Wert nicht richtig gemessen. Anstrengend und nervig. So bin ich schließlich bei Dexcom gelandet und bin sehr glücklich damit. Vielleicht gibt es zu dem Vergleich Dexcom G6 vs. FreeStyle Libre 2 noch mal einen eigenen Beitrag 🙂

4. Smartphone

Diabetes Equipment Nr 4: Ein iPhone XS auf dem die Dexcom G6 App zu sehen ist

Manche sagen zwar, sie sind von ihrem Smartphone abhängig. Ich bin wirklich von meinem Smartphone abhängig.  Es ist mein Empfänger für mein Dexcom CGM – über Bluetooth werden die CGM-Messwerte kontinuierlich an mein Smartphone gefunkt.

Deshalb ist es jetzt also Tag und Nacht bei mir. Tagsüber habe ich es (wie die meisten Leute) in meiner Hosen- oder Jackentasche. Nachts liegt es auf meinem Nachtschrank, aber im Schlafmodus. So höre ich auch die Alarme, falls mir das CGM doch mal im Schlaf zuflüstern möchte, dass mein Zucker zu niedrig ist. (Der Alarm würde auch ein Relaxo ohne Zauberflöte wecken)

Ich habe ein iPhone XS, was ich mir extra gekauft habe, weil ich irgendwo gelesen habe, dass Apple-Geräte und Dexcom sich stets gut vertragen. Bislang ist die Verbindung auch über größere Distanzen super stabil. Die größte Herausforderung ist eher, mein Smartphone immer geladen zu halten. Dafür habe ich mir angewöhnt auch bei der Arbeit immer ein Ladekabel dabeizuhaben.

Nur eine Sache ist blöd. Ich kann nicht mehr, wenn ich mich vor einer Nachricht oder einem Anruf drücken wollte, sagen: „Sorry, dass ich nicht erreichbar war. Ich hatte mein Handy nicht dabei.“

5. Apple Watch 6

Diabetes Equipment Nr 5: Apple Watch 6 auf dem die Dexcom G6 App zu sehen ist an einem Handgelenk.

Ich bin ganz ehrlich: Eigentlich brauche ich keine Apple Watch. Die meisten Funktionen sind mir schon fast zu viel. Mal ehrlich: Wer muss denn ernsthaft ein EKG an seinem Handgelenk machen?

Was ich aber unheimlich praktisch finde, ist nicht immer mein Handy griffbereit haben zu müssen, um meinen Blutzucker zu checken. So kann ich bequem in einem Meeting sitzen und unauffällig auf die Uhr schauen. Es ist auch deutlich höflicher, als beispielsweise während eines Gesprächs das Smartphone rauszufummeln.

Diabetes Equipment 2022: Die Zukunft kann kommen

Ich habe diesen Beitrag Diabetes Equipment in 2021 genannt, weil ich erwarte, dass sich hier ziemlich bald ziemlich viel verändern kann. Inzwischen gibt es Gerüchte, dass die nächste Generation der Apple Watch auch den Blutzuckerwert am Handgelenk messen kann – ohne Nadel direkt wie den Puls am Handgelenk.

Das glaube ich erst, wenn ich es sehe, ausprobiert habe und mit den Werten meines CGM verglichen habe. Trotzdem bin ich gespannt, was die Zukunft bringt. Es ist absolut erstaunlich, was sich in den letzten Jahren bei den technischen Möglichkeiten rund um Diabetes getan hat. Der Fortschritt ist ja bekanntlich nicht aufzuhalten.

Wie hältst du das? Hast du ähnliches Equipment? Hast du eine Insulinpumpe oder eine andere Uhr? Verteidigst du den Freestyle mit Feuereifer? Schreib es in die Kommentare!

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